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Allgemeine Länderinformationen

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Verwaltung

Kurzinformationen

Offizieller Name:

Arabische Republik Syrien (al-Dschumhuriya al-Arabiya as-Suriya = wörtlich Syrische Arabische Republik)

Bevölkerung:

20,18 Millionen

Hauptstadt:

Damaskus (circa 1,7 Millionen Einwohner, Groß-Damaskus 4 Millionen Einwohner)

Größe:

185.180 qkm

Staatsoberhaupt:

Präsident Dr. Bashar al-Assad

Amtssprache:

Arabisch

Währung:

Syrisches Pfund (1 syr£ = 100 Piastres)

Klima:

Mediterran an der Küste; kontinental in der Hauptstadt; Trockene und heiße Sommer, verhältnismäßig kalte Winter. Nachts sinken die Temperaturen stark.

Nationalfeiertag:

17. April 1946 (Id el-Dschalaa, Abzug der letzten französischen Mandatstruppen)

Politisches System

Unabhängigkeit:

28. September 1941 (nominell)

Staatsform:

sozialistisch-volksdemokratischer Staat; Präsidialregime; Volksversammlung mit 250 Abgeordneten

Exekutive:

Oberstes Exekutivorgan und gleichzeitig Staatsoberhaupt ist Dr. Bashar al-Assad (seit 17.07.2000, am 27.05.2007 für weitere sieben Jahre per Referendum im Amt bestätigt), Präsident der Republik; Amtszeit sieben Jahre (Wiederwahl möglich);

Vertreter laut Verfassung: Präsident der Volksversammlung (Parlament)

Regierungschef:

Ministerpräsident, der das Kabinett leitet (Dr. Muhammad Naji Otri seit September 2003)

Außenminister:

Walid al-Muallim (seit Februar 2006); Baath-Partei

Legislative:

Die Volksversammlung, gewählt alle vier Jahre, besteht aus 250 Abgeordneten, von denen 135 der herrschenden Ba'ath-Partei und 32 den mit der Ba'ath in der "Nationalen Progressiven Front" zusammengeschlossenen neun Blockparteien angehören. 83 Abgeordnete sind als "Unabhängige" gewählt, bilden aber keine echte Opposition.

letzte Wahl: 22./23.04.2007

Regierungspartei:

Baath-Partei; daneben als Blockparteien zur "Progressiven Nationalen Front" zusammengeschlossen: Arabische Sozialistische Partei, Arabische Sozialistische Union, Arabische Sozialistische Einheitsbewegung, Kommunistische Partei Syriens, Syrisch-Arabische Sozialistische Union, Vereinigte Sozialistisch-Demokratische Partei, Arabische Demokratische Union, „Nationaler Pakt“, Syrische Sozialistische Nationalpartei
Opposition:
keine legal organisierte Opposition

Gewerkschaften:

Allgemeine Föderation der Arbeitergewerkschaften (Dachverband von rd. 20 staatlich kontrollierten Einzelgewerkschaften); Allgemeiner Bauernbund; Berufsverbände

Verwaltungsstruktur:

Syrien ist unterteilt in 13 Provinzen und Hauptstadtdistrikt: Al Hasakah, Al Ladhiqiyah, Al Qunaytirah, Ar Raqqah, As Suwayda', Dar'a, Dayr az Zawr, Dimashq, Halab, Hamah, Hims, Idlib, Rif Dimashq, Tartus

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen:

Vereinte Nationen, UNESCO, Internationale Fernmeldeunion, Weltorganisation für Meteorologie, ILO, IBRD, Internationale Entwicklungsorganisation der Weltbank, IAEO, IFC, IMF, WHO, Weltpostverein, Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, UNIDO, Arabische Liga, Islamische Konferenzorganisation, OAPEC, Blockfreienbewegung

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Quellen:
http://www.auswaertiges-amt.de
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook

Bevölkerung

Demographische Indikatoren (2009 est.)

Wachstumsrate:

2,129%

Bevölkerung nach Alter:

 

< 15 Jahre:

35,9%

16-64 Jahre:

60,8%

>65 Jahre:

3,4%

Urbanisierung:

54% (2008)

Durchschnittliche Lebenserwartung:

 

Gesamt:

71,19 Jahre

Männer:

69,8 Jahre

Frauen:

72,68 Jahre

Indikatoren für reproduktive Gesundheit (2009, est)

Geburten pro 1000 Einwohner:

25,9

Todesfälle pro 1000 Einwohner:

4,61 

Kindersterblichkeit pro 1000 Lebendgeburten:

25,87

Müttersterblichkeit bei Geburt:

58 (2008)

Gesamtfruchtbarkeitsrate:

3,1

Ärzte auf 1000 Einwohner:

1,40

Verbreitung von Verhütungsmitteln (Alter: 14-49Jahre):

58,3% (2007)

Bevölkerungsverteilung

In Syrien leben 90,3% Araber, die restlichen 9,7% sind Kurden, Armenier und andere.

74% der Bevölkerung zählen zu den Sunniten, 16% sind Alaviten, Drusen und andere Moslems, 10% Christen. Zudem gibt es kleinste jüdische Gemeinschaften in Damaskus, Al Qamishli und Aleppo.

Offizielle Landessprache ist Arabisch. Daneben werden Kurdisch, Armenisch, Aramäisch und Tscherkessisch vielerorts verstanden. Französisch und Englisch wird vereinzelt gesprochen und vor allem verstanden.

 

Quellen:
http://www.auswaertiges-amt.de
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook
http://data.un.org
http://www.emro.who.int/
http://www.nationmaster.com
UN World Statistics Pocketbook 2008

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Gesundheit

Das Gesundheitssystem

Die syrische Verfassung von 1973 sieht vor, dass der Staat ausführliche Gesundheits- und Sozialversorgung kostenlos oder symbolisch gezahlt anbietet. In den letzten Jahren konnten große Fortschritte festgestellt werden in der Bereitstellung grundlegender Vorzüge (Gesundheit, Bildung, Soziales), vor allem durch Investitionen in Infrastruktur, ländliche Entwicklung und soziale Einrichtungen.

Syrien bietet im Prinzip kostenlose medizinische Versorgung an; in privaten Einrichtungen muss der Patient jedoch selbst bezahlen.

Das Gesundheitssystem basiert auf primäre Versorgung und findet auf drei Ebenen statt: Städte, Bezirke, Provinzen. Infrastruktur und medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten ist noch immer unzureichend.

Auf Provinzebene gibt es städtische Gesundheitszentren, die Impfungen, Frauen- und Kindermedizin, Familienplanung, Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten und medizinische Bildung anbieten.

Auf Bezirksebene gibt es Zentren, die mit mindestens einem Arzt, einer Krankenschwester und einem Labormitarbeiter ausgestattet sind. Einige Einrichtungen verfügen zusätzlich über Spezialisten.

Es gibt in Syrien keine Krankenversicherung. Jene, die sich keine private und damit kostenpflichtige Versorgung leisten können, lassen sich in staatlich angebotenen Einrichtungen behandeln. Hier kann man sich die Ärzte nicht aussuchen, aber die Behandlung ist umsonst, egal ob es sich um Operationen, die Notaufnahme, Impfungen oder Dialyse handelt.

Bezüglich der regelmäßigen Versorgung der Bevölkerung braucht Syrien ein starkes Gesundheitsgesetz, welches Krankenversicherungen mit einschließt.

Syriens zehnter Fünf-Jahres-Plan

Für die Entwicklung von Syriens Gesundheitssektor: Der zehnte Fünf-Jahres-Plan zielt darauf ab, den Gesundheitssektor zu erneuern, zu entwickeln und dahingehend zu unterstützen, dass das gesundheitliche Angebot und das der Apotheken für alle Syrer vollständig zugänglich sind.

Zur Zeit gibt es in Syrien 460 private Krankenhäuser, 1660 Gesundheitszentren mit 90.000 Mitarbeitern.

Der Plan von 2006 bis 2010 sieht die Einweihung von 44 neuen Krankenhäusern in verschiedenen Spezialgebieten der Medizin vor, vor allem in Richtung Pädiatrie, Gynäkologie, Kardiologie und Krebsleiden.

Das Gesundheitsministerium wird zwei wichtige Projekte präsentieren, die insgesamt über 80 Millionen US-$ kosten werden: jeweils ein Krebszentrum in Aleppo und Homs mit jeweils 160 Betten.

Außerdem will das Gesundheitsministerium in Damascus ein Kinderkrankenhaus mit 450 Betten sowie ein Krankenhaus für interne und kommunizierbare Krankheiten mit 250 Betten errichten, ein Kinderkrankenhaus mit 240 Betten in Lattakia, ein Kardiologisches Zentrum mit 160 Betten in Deir Ezzor sowie ein Krebszentrum in El Hasaka aufbauen.

Die erwarteten Kosten betragen insgesamt mehr als 500 Millionen US-$.
Diese Projekte kommen hinzu zu 73 existierenden Krankenhäusern des Gesundheitsministeriums, von denen außerdem 30 neues medizinisches Equipment benötigen.

Zusätzlich will Syrien des medizinischen Tourismus in Syrien fördern, u.a. durch neuere und verbesserte Ausstattung der privaten Krankenhäuser und Fokussierung diverser medizinischer Zentren auf medizinische Spezialgebiete.

Funktionsweise

Für Beamte gibt es besondere Betriebsärzte, die sie zuerst in Anspruch nehmen sollen, von denen sie aber auch an andere Ärzte weiter vermittelt werden, wenn nötig. Generell gibt es keine Krankenkassen, wie aus Deutschland bekannt. Viele Berufsgruppen sind zusammen geschlossen und haben ihre eigenen Ärzte.

Durch die Einbindung in Innungen und Kammern werden je nach Zugehörigkeit Ärztelisten erstellt. Diese Ärzte können für wenig Geld aufgesucht werden. Der Patient zahlt die Behandlung vorab. Am Jahresende kann er die entstandenen Kosten einreichen, d.h. die Innung zahlt den Rest und erstattet dem Arbeitnehmer bis zu 60% seiner entstandenen Kosten für Behandlung und Medikamente. 

Quellen:
http://www.medicine.iu.edu
http://syrianmedicare.com/ministy.htm

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Wirtschaft

Syriens Wirtschaftssystem hat sich von der staatlichen Planwirtschaft zur Marktwirtschaft gewandelt.

Äußerlich zeigt sich der Wandel im Aufbau zum Beispiel privaten Banken und Versicherungsanbietern. Syriens Wirtschaft wird von einigen einflussreichen Familien beherrscht, die der politischen Elite nahe stehen. Das kann sich bald ändern, denn freie Märkte führten automatisch zu mehr Chancengleichheit. Die syrische Wirtschaft ist 2005 bereits um 4,5 Prozent gewachsen, während sie noch vier Jahre zuvor vollständig stagnierte

Probleme sind erkannt, Lösungen formuliert, der Wandel zur Marktwirtschaft ist geplant, durchstrukturiert und politisch beschlossen. Nichts kann ihn mehr aufhalten, aber vieles kann ihn verzögern.

Europäische Konzerne wagen sich nur zögerlich selbst nach Syrien, sondern arbeiten mit lizenzierten syrischen Vertretern. Sie misstrauen den lokalen Gesetzen und ihrer Anwendung. Zu Recht, denn Syriens Gerichte sind weder unabhängig noch effektiv. Das Thema Rechtsstaatlichkeit wurde bislang sträflich vernachlässigt.

Die mit der Machtübernahme von Bashar Al-Assad im Jahre 2000 eingeleitete Öffnung der Wirtschaft gipfelt im 10. Fünfjahresplan (2006 bis 2010), einem umfassenden Reformplan, der auf die Einführung einer "Sozialen Marktwirtschaft" abzielt. Die Umsetzung dieses Plans in die Tat trägt erste Früchte (Steuerreform; Vereinheitlichung der Wechselkurse; Senkung der Zollsätze, die nunmehr weitestgehend dem geforderten Standard der EU-Assoziationsabkommen entsprechen; Schaffung neuer Investitionsgesetze). Allerdings wurden Kernprobleme (Abbau der Dieselsubventionen, Reform der syrischen Staatsunternehmen, Bekämpfung der zunehmenden Armut) operativ noch nicht angegangen.

Wirtschaftszweige

Industrie:

Petroleum, Textilien, Nahrungsverarbeitung, Getränke, Tabak, Phosphatsteinbergbau, Automontage

Landwirtschaft:

Weizen, Gerste, Baumwolle, Linsen, Kichererbsen, Oliven, Zuckerrüben, Rindfleisch, Hammelfleisch, Eier, Geflügel, Milch

Bodenschätze:

Petroleum, Phosphate, Chrom- und Manganerze, Asphalt, Eisenerz, Steinsalz, Marmor, Gips, Wasserkraftanlagen

Internationaler Handel (2008, est.)

Exportprodukte:

Rohöl 62.9%, Erdölprodukte 7%, Obst und Gemüse 5%, Baumwollfasern 4.55, Textilien 3%, Vieh und Fleisch 2%, Weizen

Importprodukte:

Maschinen- und Transportausrüstungen 22%, Kraftstromanlagen, Nahrungsmittel und lebende Tiere 18%, Metalle und Metallerzeugnisse 17%, Chemieerzeugnisse 10%

Exportpartner:

Irak 30,9%, Deutschland 9,8%, Libanon 9,7%, Italien 6,4%, Frankreich 5,5%, Ägypten 5,4%, Saudi-Arabien 6,2%

Importpartner:

Türkei 9,4%, Ukraine 8,7%, China 7,8%, Russland 5,4%, Saudi-Arabien 5,2%, USA 4,7%, Südkorea 4,6%, Italien 4,3%

Saudi Arabia 11.7%, China 8.7%, Russia 6.4%, Italy 5.9%, Egypt 5.8%, UAE 5.8%, Turkey 4.3%, Iran 4.2% (2008)

Staatshaushalt (2008, est.)

BIP:

99,06 Mrd. USD

BIP pro Kopf:

4.600 USD

BIP reale Wachstumsrate:

5,1%

BIP nach Wirtschaftszweigen:

 

Landwirtschaft:

18,5%

Industrie:

26,9%

Dienstleistungen:

54,6%

Einnahmen:
11,23 Mrd. USD
Ausgaben:
12,85 Mrd .USD
Staatsverschuldung - Anteil am BIP:
25,4%
Außenverschuldung:
7,167 Mrd. USD
Inflationsrate:
15,7%

 

Quellen:
http://www.auswaertiges-amt.de
https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook
http://data.un.org
http://www.emro.who.int/
http://www.nationmaster.com
UN World Statistics Pocketbook 2008

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Sicherheit

Sicherheitshinweise

„Am 12. September 2006 fand ein Anschlag auf die US-Botschaft in Damaskus statt. Die Lage im Land und in Damaskus ist dennoch weiter ruhig, derzeit gibt es keine Hinweise auf eine erhöhte Sicherheitsgefährdung für Deutsche oder deutsche Institutionen. Reisende werden aber um erhöhte Wachsamkeit gebeten und sollten vor Reisen nach Syrien kurzfristig Informationen zur aktuellen Situation einholen.

Aufgrund Syriens Lage als Nachbarstaat des Irak und des Libanon muss auch die Entwicklung der Sicherheitslage in diesen beiden Staaten mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden. Auf die Reisewarnungen für den Irak und den Südlibanon wird ausdrücklich hingewiesen.

In Syrien können gelegentliche Spannungen in der überwiegend kurdisch bevölkerten Nord-Ost-Provinz und an der syrisch-irakischen Grenze nicht ausgeschlossen werden. 2006 wurden allerdings keine besonderen Zwischenfälle verzeichnet.

Generelle Wachsamkeit ist angeraten. Es wird empfohlen, größere Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

Mit Ausnahme der militärischen Sperrgebiete gibt es in Syrien keine Reisebeschränkungen. Für Besuche der fast völlig zerstörten Stadt Qunaitra direkt an der Grenze zum israelisch besetzten Golan brauchen Reisende eine Sondergenehmigung, die in der Regel kurzfristig ausgestellt wird. Zuständig für eine solche Genehmigung ist das Militärattachébüro (Faraa al Mulhakeen) in Damaskus, das sich im Stadtteil Malki, nördlich vom Adnan-Malki-Platz an der Ecke der Toulaitila- und Ziryab Straße befindet (ortsübliche Beschreibung für einen Taxifahrer).

Auf das Verbot, militärische Einrichtungen zu fotografieren, wird besonders hingewiesen. Der Begriff der militärischen Einrichtung wird von den syrischen Behörden umfassend ausgelegt. Das Verbot sollte unbedingt beachtet werden."

Quelle:http://www.auswaertiges-amt.de

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Autor: Agef Berlin        
04.09.2010
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